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Buchbesprechung ,,Als 2000-Füßler durch fünf Kontinente", erschienen am 12.2.2001

Es gibt keinen Trainingsalltag. Selbst wer täglich auf der gleichen Strecke die gleiche Distanz in der gleichen Zeit zurückliegt, wird immer wieder etwas Neues erleben. Man muss nur offen und empfänglich sein für die vielfältigen, von der Natur, der Umgebung und dem eigenen Körper ausgesandten Impulse.
Manfred Steffny hat ein ganzes Laufjahr in Tagebuchform eingefangen, mit für den Zeitgeist offenen Augen sein tägliches Training auf den Laufstrecken vor der Haustür und in der ganzen Welt aufgezeichnet und dabei Wettkämpfe von 350 m an in Nassau/Bahamas bis zu 87,7 km zwischen Durban und Pietermaritzburg in Südafrika bestritten.
Mal amüsant, mal lehrreich ist dem renommierten Fachbuchautor und Lauftrainer, preisgekrönten Journalisten und Chefredakteur des Laufmagazins SPIRIDON wieder ein besonderer Coup gelungen, eine mitunter maliziöse Mixtur von Tagebuch, Reportage, Lehrbuch und Glosse.

Vorwort des Buchs ,,Als 2000-Füßler durch fünf Kontinente"
Das Internet und unsere dortige Präsenz unter www.laufmagazin-spiridon.de machte es möglich: eine zeitnahe ausführliche Darstellung von läuferischen Aktivitäten. Da wir Nachrichtenagenturen keine Konkurrenz bieten wollen und können, sollte der Trainingsalltag dabei im Mittelpunkt stehen, denn in aktuellen Magazinen wird naturgemäß überwiegend über Wettkämpfe berichtet. So gab es seit dem 1.1. im bedeutungsvollen Jahr 2000 ,,Steffnys Laufwochen" im Internet und nun auch als Buch ,,Als 2000-Füßler in fünf Kontinenten"..
Ich habe mich bemüht, Trainings- und Wettkampfformen häufig zu wechseln. Da ich außerdem im Jahr 2000 in allen fünf Kontinenten, in 14 Ländern und über 60 Orten gelaufen bin und dabei über 100 000 Flugkilometer zurückgelegt habe, ist das Tagebuch auch ein kleiner Laufführer, denn ich habe meine Trainingsstrecken genau beschrieben. Dazu kamen zwölf eigene Wettkämpfe mit jeweils unterschiedlicher Aufgabenstellung bzw. Erwartungshaltung und eine Fülle von Läufen, die ich als Journalist oder Organisator erlebt habe, nicht zuletzt die Leichtathletik-Wettbewerbe der Olympischen Spiele in Sydney.
Die Buchfassung ist gegenüber der aktuellen Internet-Version praktisch unverändert, die Spontaneität soll erhalten bleiben. Damit das Tagebuch auch als Nachschlagewerk dienen kann, enthält das Buch am Ende ein ausführliches Register, das zunächst meine Wettkämpfe als Läufer und Beobachter enthält, dann die Menschen, die mir läuferisch im Jahr 2000 begegnet sind oder im Jahr 2000 läuferisch eine Rolle gespielt haben; sie sind im Personenregister erfaßt. Ortsregister und Sachregister sind nicht weniger ausführlich. Einige Stichworte sind mit f. gekennzeichnet, weil natürlich meine persönlichen Laufstrecken in Düsseldorf und Umgebung in zwei Dritteln des Jahres überwiegen und die Laufformen des von mir zu 90% gepflegten langsamen und mittlerem Dauerlauf immer wiederkehren. Dauerlauf als 300-Tage-Trip im Jahr steht im Mittelpunkt, das heißt, 5-6-mal in der Woche laufen. Alle besonderen Laufformen sind extra beschrieben.
Zwar bin ich mit 59 Jahren schon ein älteres Laufsemester, doch habe ich mich im Jahr 2000 wettkampfmäßig an Läufen von 350 m bis 87 km beteiligt, auf der Straße, der Bahn und im Gelände. Ich habe gewonnen und ich bin ausgestiegen, ich war in toller Form und ich bin durchgehangen, habe mich jedes Mal aufgerappelt und Verletzungen durch aktive Maßnahmen eingedämmt. Mit meinem Training unter zum Teil schwierigsten Bedingungen, sei es Wetter oder berufliche Belastung , wollte ich auch ein Beispiel geben für andere, die schon mal die Flinte ins Korn werfen wollen und Mittel und Wege aufzeigen, wie man, wenn man nur will, von den 24 Stunden des Tages ein Laufstündchen oder etwas weniger oder etwas mehr abzwacken kann. Wo ein Wille ist, ist auch ein Laufweg! Stimmt die Basis, kann schon mal erfolgreich improvisiert und jongliert werden,
Sturheil das ganze Jahr nach Plan oder Pulsvorgabe durch die Gegend zu rennen, lehne ich ab, sonst verliert man die Freude und Frische, die ich mir als regelmäßiger Läufer seit dem 15. Lebensjahr bewahrt habe. Dies vor allem möchte ich an die Leser und Leserinnen weitergeben..
Das Laufen ist natürlich nur ein Aspekt des Lebens, daher sind aktuelle Ereignisse des Jahres 2000 erfaßt, die mich und uns bewegt haben, zum Teil mit pointierten Bemerkungen. Biografische Rückblenden machen aus diesen 52 Laufwochen des Jahres 2000 ein unverwechselbares, einmaliges Werk. Es wird von mir keine entsprechende Darstellung eines Folge-Laufjahres geben.
Manfred Steffny
Es folgen meine 52 Laufwochen des Jahres 2000 vom 1.1. bis zum 31.12.

Nachwort:
Mit Gran Canaria schließt sich der Kreis. Der 1. Januar 2001 könnte genauso wieder unter der Überschrift ,,Knall mit Cooper" beginnen. Ich befinde mich allerdings läuferisch auf einem wesentlich höheren Niveau als vor einem Jahr.Trotz nicht zu umgehender Festtagsessen liegt mein Gewicht zu Jahresbeginn bei 61,0 kg. 2001 Ich bin bereit für mein erstes Jahr in der M60. Meine Leistungsbegrenzung wird die Zeit sein, die ich für das Lauftraining aufbringen kann und die Belastbarkeit meiner Muskeln und Sehnen. Daher kommen die Strecken von 10 000 m auf der Bahn bis Halbmarathon auf der Straße am ehesten für mich in Frage. Die Ultraläufe habe ich bewußt in das Aufbaujahr 2000 gelegt, doch ist der Weg von der langen zur kürzeren Strecke weiter gang- und denkbar. Man wird nicht langsamer durch Marathon, obwohl viele anderer Meinung sind.
Meine schönsten Läufe 2000 waren der Comrades Marathon in Südafrika über 87 km und acht Wochen später die 10 000 m auf der Bahn bei der deutschen Seniorenmeisterschaft in Kevelaer. Der einzige Flop war der verletzungsbedingt Ausstieg beim Halbmarathon in Frankfurt.
Was hat mir gefehlt? Vor allem das jahrelang betriebene Höhentraining in der trockenen Sommerluft der Pyrenäen, das Training am Canal du Midi und in den Weinbergen in Südfrankreich. Gerne hätte ich noch mit einigen Leuten ein Läufchen absolviert, gerade im Dezember haben sich geplante Termine mit dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Wolfgang Clement und dem Popstar Joey Kelly kurzfristig zerschlagen. Aber auch mit meinem dritten Bruder Gerhard, der mich an einem ganz ungünstigen Tag in Düsseldorf besucht hat, wäre ich gerne gelaufen. Oder mit dem unglücklichen Dieter Baumann.
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Ich freue mich schon auf die deutschen Seniorenmeisterschaften +50 auf der Potsdamer Bahn im August, eine Stadt, die ich besonders liebe. Da werde ich mit einem ganz besonderen T-Shirt aufkreuzen. Zur Senioren-Weltmeisterschaft in Brisbane werde ich nicht fahren, im Juli bin ich immer noch 59 und für die M60 internationale nicht startberechtigt. Aber bei der ersten deutschen Straßenlauf-Meisterschaft über 10 km in Troisdorf will ich dabei sein.
Mit den Läufen in Jordanien, auf Haiti und Bahamas bin ich jetzt in 62 Ländern gelaufen. Da müßte ich mir noch exotische Länder suchen, um diese Bilanz zu verbessern. Am naheliegendsten wäre es, nach Dänemark zu fahren, denn dieses Laufland fehlt mir merkwürdigerweise in der Sammlung, war stets für mich ein Durchreiseland auf dem Weg in den Norden.
Ich freue mich bei meinen Trainingsläufen auf frisches Grün, schöne Landschaften, atemberaubende Sonnenuntergänge und -aufgänge, aufs Meditieren im Mondlicht und auf so manchen netten Laufplausch.
Manfred Steffny

Ein Zen-Philosoph hat mir mal seinen Trick verraten: „Lauf 10 Schritte und jeden Tag einen mehr!“.
Chefredakteur des SPIRIDON-LAUFMAGAZINs
Buchautor, Lauftrainer und vor allem Mensch.